Seit diesem Sommer ist Philipp Sander Borusse. Nach einigen Aufs und Abs in seiner Karriere ist er in der Bundesliga angekommen.

Philipp Sander schaut mit leicht angehobenen Mundwinkeln in Richtung Stadion. „Das alle zwei Wochen zu haben, ist unfassbar“. Angefangen beim Bundesliga-Auftaktspiel gegen Bayer Leverkusen war der 26-Jährige direkt schockverliebt in den BORUSSIA-PARK: „Das ist hier alles eine Nummer größer. Wie das Stadion jedes Mal aufs Neue brennt, das ist wirklich Wahnsinn. Ich bin da, wo ich immer hinwollte und worauf ich jahrelang hingearbeitet habe.“ Sander hat eines seiner großen Ziele erreicht. Der Weg dorthin war aber kein leichter und geprägt von Herausforderungen und manchen Rückschlägen.

Nachdem sich der gebürtige Rostocker bei Holstein Kiel erst in der A-Junioren-Bundesliga und dann bei der U23 in der Regionalliga Nord durchgesetzt hatte, feierte er am 23. Dezember 2018 sein Profidebüt in der Zweiten Bundesliga. Nachhaltig war sein Kurzeinsatz jedoch nicht. In der Folge erhielt er nicht die gewünschte und benötigte Spielzeit, um sich weiterzuentwickeln. Ein Sturz ins kalte Profi-Gewässer für den damals 20-Jährigen.

Aufgeben lag aber noch nie in Sanders Natur. „Eine gewisse Resistenz gegenüber nicht gelungenen Aktionen oder Niederlagen zu besitzen, ist enorm wichtig. Besonders im Fußball“, betont er. Man müsse nur lernen, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Deshalb ließ er sich zur Saison 2020/21 in die Dritte Liga zum SC Verl ausleihen. „Das war bis jetzt der wichtigste Schritt, den ich in meiner Fußballlaufbahn gemacht habe“, ist sich Sander sicher. Als Fußballer müsse er kontinuierlich an sich arbeiten, um besser zu werden. Dafür sei Spielzeit das Wichtigste.

Bei seiner Leihe in Verl absolvierte der damals 22-Jährige 35 Drittligaspiele für den Aufsteiger, bevor er nach Kiel zurückkehrte. Dieser eine Schritt zurück bedeutete für Sanders Karriere zwei Schritte nach vorne. Mit neuem Selbstbewusstsein spielte er sich bei den Störchen zur Saison 2022/23 endgültig in die erste Elf. Seine Anpassungsfähigkeit und sein Ehrgeiz verhalfen Sander in der vergangenen Saison zum Leistungsträger und Mannschaftskapitän des späteren Bundesligaaufsteigers.

Diese starke Entwicklung blieb auch den Borussia-Verantwortlichen nicht verborgen. Die erste Kontaktaufnahme zum Mittelfeldspieler gab es bereits im Januar dieses Jahres, wie sich der Neuzugang erinnert: „Wenn das Interesse eines Klubs so früh in der Saison vorhanden ist, beeindruckt das einen. Ich bin ein Mensch, der bei allem das Maximum herausholen will. Deshalb musste ich nicht lange überlegen, als Borussia ihr Interesse hinterlegt hat. Ich war nach neun Jahren in Kiel bereit für eine neue Herausforderung.

Nach seinen bisher bezwungenen Herausforderungen – von der vierten in die zweite Liga, zurück in die dritte und dann erneut über die zweite bis in die erste Liga – ist Philipp Sander bereit, die Bundesliga in Angriff zu nehmen. „Die größte Challenge wird es sein, über 90 Minuten plus Nachspielzeit voll da zu sein, durchgehend konzentriert zu bleiben und schnelle Entscheidungen zu treffen. Aber das traue ich mir zu.“ Und das gelingt Sander bisher gut, denn in der FohlenElf darf er direkt viel Verantwortung übernehmen und kam in den ersten sieben Spielen immer zum Einsatz: „Ich habe einfach Bock auf Bundesliga und Borussia!“

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