Vor dem Derby gegen den 1. FC Köln im November hat sich Borussia-Legende Allan Simonsen die FohlenWelt-Sonderausstellung über seinen ehemaligen Sturmpartner Jupp Heynckes angeschaut – und war tief beeindruckt.
Wenn Allan Simonsen sich aus dem dänischen Vejle auf den Weg nach Mönchengladbach macht, steht neben dem Wiedersehen mit vielen ehemaligen Weggefährten immer auch ein Besuch in der FohlenWelt an, Borussias interaktivem Vereinsmuseum. Als der 73- Jährige einen Tag vor dem Derby gegen den 1. FC Köln nachschaute, ob es seinem ‚Ballon d’Or‘, den er 1977 als Europas Fußballer des Jahres gewonnen hatte, in der FohlenWelt noch ‚gut‘ geht, besuchte er auch die Sonderausstellung, die Borussia aktuell ihrem Rekordtorschützen und Ehrenspielführer Jupp Heynckes gewidmet hat. Die noch bis einschließlich 1. März 2026 zu sehende Ausstellung ‚Jupp Heynckes – Torjäger, Trainer, Legende‘ machte auf den dänischen Wirbelwind nachhaltig Eindruck.
Allan, du hast viele Jahre mit Jupp Heynckes zusammengespielt. Wie war es mit ihm als Sturmpartner?
Simonsen: Wenn ich an damals denke, muss ich mich bei Jupp bedanken. Er war einer derjenigen, die mich als Neuling sehr schnell akzeptiert hatten. Ich brauchte zwar meine Anlaufzeit, um mich vom dänischen Amateurfußball mit zwei Trainingseinheiten pro Woche an den deutschen Profifußball mit oft zweimal Training täglich zu gewöhnen. Aber als ich dann spielen durfte, bin ich ganz schnell in Fahrt gekommen und das war zu großen Teilen auch sein Verdienst.
Wie das?
Simonsen: Jupp war fußballerisch ein ganz besonderer Spieler. Er war unfassbar torgefährlich, hatte eine gute Technik und vereinte in seinem Spiel Geschwindigkeit, Mut und das feine Gespür dafür, wo der Ball demnächst hinkommen würde. Und das hat er über Jahre jedes Wochenende demonstriert. Da konnte ich mir so viel abschauen und lernen. Für mich war er der Allergrößte.
Erinnerst du dich konkret daran, was er neben dem Platz getan hat, damit du dich bei Borussia wohlfühltest?
Simonsen: Zum Beispiel hat er mich aktiv angesprochen, als ich neu war. Das hätte er ja gar nicht tun müssen. Ich war ein junges Talent und er ein Superstar. Er hat auch eine Saunarunde bei sich zu Hause organisiert. Da waren Berti Vogts, Rainer Bonhof und Henning Jensen dabei – und Jupp hat mich dann auch eingeladen. Das war sehr, sehr nett von ihm.
Hier in der FohlenWelt hängt für jedes von Jupp Heynckes‘ 299 Pflichtspieltoren ein Ball an der Wand. Hast du ein Heynckes- Lieblingstor?
Simonsen: Nein, ich kann da keins herausheben. Er hat so viele gute und auch schöne Tore gemacht. Mit dem Kopf, mit dem rechten, mit dem linken Fuß – er war ein absolut kompletter Stürmer.
Wie gefällt dir die Ausstellung und was empfindest du, wenn du deinen alten Sturmpartner hier im Museum siehst?
Simonsen: Nur ein Wort: Super. Die Umsetzung von Jupps Bedeutung für die Mannschaft damals ist sehr gelungen. Es ist eine große und verdiente Ehre für ihn, solch eine Ausstellung zu bekommen. Mir macht es große Freude, an die Zeit mit ihm zurückzudenken. Und diese Ausstellung macht auch mich als seinen Mitspieler ein bisschen stolz. Fußball ist ein Mannschaftssport. Man kann nicht alles alleine machen. Jupp hat uns sehr viel gegeben – und ohne uns hätte er sicher nie so viele Tore geschossen.



