Wer nicht von Natur aus Minimalist ist, stellt schnell fest, dass sich die Wohnung wie von selbst füllt. Im Kleiderschrank stapeln sich mehrere Konfektionsgrößen. In den Schubladen lagern Gadgets, die schon lange kein Licht gesehen haben und im Vorratsschrank offenbaren Mindesthaltbarkeitsdaten, wie die Jahre vergehen. Es ist Zeit, umzudenken.

Restlos

Mal ehrlich: Wie oft landet beim Einkauf etwas im Wagen, das nicht geplant war? Wie viel davon landet später im Müll, weil es doch nicht gegessen wurde? Die gute alte Einkaufsliste hilft, nur mitzunehmen, was man wirklich braucht. Mit einem Speiseplan für die Woche kann man noch besser kalkulieren. Wer beginnt, die Blätter von Kohlrabi, Blumenkohl & Co. auch zu verwenden, macht neue kulinarische Erfahrungen.

Freiräume

Die Corona-Lockdowns waren die große Zeit des Ausmistens. Aber die Pandemie ist jetzt knapp sechs Jahre her und in der Zeit hat sich wieder einiges angesammelt. Der Sandwich Maker, das Gefäß zum Fermentieren und der Brotbackautomat setzen Staub an. Auch der Kleiderschrank könnte eine Fastenkur vertragen. Wer aussortiert, macht sein Leben leichter. Unordnung und übervolle Wohnungen stressen. Aussortieren und Aufräumen regen mit der Bewegung das Herz-Kreislauf-System an und schaffen neue Freiräume. Ein gutes Gefühl.

Wie Neu

Die Japaner machen es vor: Wertvolles Geschirr, das beschädigt ist, wird nicht weggeworfen, sondern mit Gold- oder Messingpulver repariert. ‚Kintsugi‘ nennt sich die Methode, die aus Scherben wertvolle Unikate macht. Für das Prinzip des Reparierens muss man nicht zwangsläufig ein Kintsugi-Künstler werden. Auch die Lampe mit Wackelkontakt, das Fahrrad mit klemmender Kette oder das kleine Loch in der Hose können oft wieder in Ordnung gebracht werden. Wer das nicht selbst kann, findet in Repair-Cafés Hilfe, die in vielen Städten regelmäßig stattfinden. In Mönchengladbach eröffnet es jeden 1. Sonntag im Monat von 12 bis 16 Uhr im Mehrgenerationenhaus, Friedhofstraße 39.

Hüllenlos

Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht. Ein schicker Thermobecher hält Getränke heiß oder kalt und kann immer wieder verwendet werden. Gleiches gilt für die Lunchbox. Wer Obst und Gemüse lose kauft, spart Plastikverpackungen. Auch Nachfüllpacks für Körperpflege- oder Lebensmittel reduzieren den Müllberg deutlich. Gut erhaltene Kleidung und anderes für den Haushalt findet sich in den Second-Hand-Läden von Volksverein und Hephata. Hier gibt es auch dankbare Abnehmer für viele Dinge, die nach dem Aussortieren den eigenen Haushalt verlassen dürfen.

Garnet Manecke

www.repaircafe-mg.de