Viersen wird im September beim 38. Jazz-Festival zu einer musikalischen Hochburg – auch dank Lokalmatador Till Brönner

Es wäre sicherlich übertrieben, Viersen als ‚deutsches New Orleans‘ zu bezeichnen. Den inoffiziellen Titel der deutschen Jazz-Hauptstadt trägt unbestritten Berlin. Es ist allerdings den noch erstaunlich, welch bedeuten der Jazz-Hot-Spot Viersen ist.

Das hat sich im Frühjahr gezeigt, als in der alt-ehrwürdigen Viersener Festhalle der WDR-Jazzpreis verliehen wurde – im Rahmen eines außergewöhnlichen Konzertabends mit hochkarätigen Künstlern wie Hanno Busch und der WDR Big Band. Und natürlich mit dem bekannten Musiker und TV-Entertainer Götz Alsmann, der die Stadt als eine der wichtigsten Jazzmetropolen Nordrhein-Westfalens würdigte.

Vom 25. bis 27. September knüpft das Internationale Jazzfestival, ebenfalls in Viersen, genau dort an. Eines der traditionsreichsten und renommiertesten Jazz-Events in Deutschland wird schon zum insgesamt 38. Mal viele Gäste in die Kreisstadt locken. Wie viele verschiedene Seiten die Stilrichtung Jazz besitzt, wird sich auf den beiden Bühnen Festhalle und Ernst-Klusen-Saal zeigen. Und natürlich geht es bei einem solchen Festival darum, Bekanntes von renommierten Künstlern wiederzuentdecken – aber auch Neues zu erfahren. Sei es von Nachwuchskünstlern – oder aber von Musikern aus einem völlig anderen Kulturkreis.

So wird der Senegalese Momi Maiga das Festival am Freitag Abend eröffnen, mit einem poetischen Dialog zwischen westafrikanischer Tradition, Jazz, Flamenco und klassischer Musik. Die WDR Big Band liefert eine kraftvolle Reminiszenz an den legendären Saxofonisten John Coltrane, ehe das Sebastian Gahler Electric Project feat. Andy Hunter den Abend mit Funk und Groove beschließt. Im Ernst-Klusen-Saal wird Simin Tander in unterschiedlichen Formationen auftreten.

Am prominent besetzten Samstag kehrt zunächst der Jazzpreis Gewinner Hanno Busch zurück in die Festhalle. Danach spielt in Till Brönner einer der herausragenden Jazzmusiker unserer Zeit auf. Der charismatische und virtuose Trompeter begibt sich gemeinsam mit seinen Musikerkollegen auf eine mitreißende musikalische Reise. Für Brönner sicherlich kein Termin wie jeder andere – der 55-Jährige ist gebürtiger Viersener.

Darüber hinaus entführen Athina Kontou mit Mother in ihre griechische Heimat, interpretieren Arne Jansen und Stephan Braun die Hits von Dire Straits und Mark Knopfler neu – und bekommt die Jugend beim Junior’s Jazz Open ihre Chance. Und so ist für jeden was dabei. Viersen wird mal wieder zum Treffpunkt für alle, die den Jazz schätzen – und für jene, die ihn neu für sich entdecken möchten.

Sven Platen

www.jazzfestival-viersen.de