Bevor der Winter kommt und das Fahrrad weiter hinten im Schuppen verstaut wird, sollten wir uns im Herbst noch einmal auf den Sattel schwingen und eine Radtour planen.

Das Fahrrad ist für viele das perfekte Fortbewegungsmittel. Nicht nur, weil die Benutzung umweltfreundlich und gut für das eigene Wohlbefinden ist. Sondern auch, weil es die Reisegeschwindigkeit erlaubt, die Umgebung wahrzunehmen. Und die ist im Herbst, wenn die Natur nach den satten Monaten im Wandel ist, besonders reizvoll. Radurlauber lieben diese Zeit, vor allem dann, wenn das Wetter noch mitspielt und man bei angenehmen Temperaturen und milder Sonne unterwegs ist. Die Urbano-Redaktion weiß, wo in Deutschland man im Herbst besonders gut unterwegs ist.

Herbstlaub und Erntedankfeste am Bodensee

Der gut ausgeschilderte Bodenseeradweg erstreckt sich 270 Kilometer rund um den See und führt durch Deutschland, die Schweiz und Österreich. Die Blätter in den Weinbergen färben sich orange und es gibt zahlreiche Erntedankfeste. An Rastplätzen, Übernachtungsmöglichkeiten (natürlich mit Fahrrad-Abstellmöglichkeiten und E-Bike-Ladestationen) und Sehenswürdigkeiten mangelt es hier genauso wenig wie an historischen Schlössern und Burgen.

Gelb gefärbte Heidesträucher am Altmühltal-Radweg

Der Altmühltal-Radweg in Bayern ist einer der berühmtesten und zugleich ältesten Radfernwege des Landes. Süße Örtchen, Jurafelsen und Ritterburgen prägen das Landschaftsbild – auf 245 Kilometern geht es unter anderem durch den gleichnamigen Naturpark. Die sich gelb verfärbenden Wacholderheiden sorgen in Kombination mit der späten Herbstsonne für eine warme und gemütliche Atmosphäre.

Watthoppen im herbstlichen Nordseewind

Stürmisch-anspruchsvoll könnte es im Herbst beim Watthoppen auf Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog zugehen. Die niederländischen Nordseeinseln punkten durch eine ursprüngliche Naturlandschaft, endlose Dünen und lange Sandstrände. Wer für eine Wattwanderung das Fahrrad zwischendurch mal abstellen will, macht ganz sicher nichts falsch. Ansonsten heißt es: genießen. Die Nordseeluft und die – wie immer in den Niederlanden – hervorragenden Radwege.

Vogelschau am Starnberger See

Das flache Ufer, die traumhafte Natur und wunderbare Villen machen den Starnberger See zu einem der beliebtesten Gewässer des Landes. Vor allem im Herbst, wenn dort unzählige Vogelarten auf dem Weg ins Winterquartier eine Rast einlegen, ist der Starnberger See einen Besuch wert. Und gerne dann mit dem Rad – die 48 Kilometer lange Runde ist problemlos an einem Tag zu schaffen, auch wenn man an der König-Ludwig-Gedenkkapelle oder am Buchheim-Museum Station macht.

Ein Glas Wein in Franken

Natürlich werden nur die wenigsten die kompletten 600 Kilometer des Mainradwegs im Rahmen einer Herbsttour bewältigen können. Allerdings lässt sich problemlos an einer beliebigen Stelle der Tour ein- und wieder aussteigen. Übernachten bei einem der vielen Winzer, vermutlich in einem der vielen Fachwerkhäuser, gehören hier genau zum Ambiente wie die vielen Weinberge.

Tipps für das sichere Radeln im Herbst

1. Helm auf!
Das schöne, bunte Herbstlaub sorgt zwar für die typische Herbstkulisse, jedoch in Kombination mit herbstlicher Nässe  auch für Rutschgefahr. Deswegen empfehlen wir, einen Helm zu tragen.

2. Seien Sie kein Geisterradler!
Auch wenn es manchmal der kürzere Weg ist, ist es dringend zu empfehlen, immer auf der richtigen Seite des Radwegs zu fahren. Geisterradler gefährden nicht nur entgegenkommende Radfahrer, sondern kommen auch für Autofahrer aus einer vollkommen unerwarteten Richtung – und werden möglicherweise übersehen.

3. Seien Sie sichtbar!
Eine funktionierende Beleuchtung am Rad ist obligatorisch und sollte schon zur Dämmerung eingeschaltet werden. Reflektoren in den Speichen und vor allem Kleidung in auffälligen Farben mit reflektierenden Elementen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, gesehen zu werden.

4. Laden Sie alle Akkus!
Je niedriger die Temperatur, desto weniger leistungsfähig sind die Akkus – das gilt natürlich auch für die Akkus von E-Bikes als auch für die von Ansteck-Beleuchtung. Akkus sollten idealerweise in warmen Räumen gelagert werden.

5. Checken Sie die Bremsen!
Gerade, wenn die Wege nass oder sogar schlammig sind, sind effiziente Bremsen ungeheuer wichtig. Bremsbeläge müssen also regelmäßig kontrolliert werden – und wenn die Bremsen ungewohnte Geräusche machen, darf das auf keinen Fall unterschätzt werden.

Sven Platen