Wie ein Italiener reisen, essen, trinken, leben – La Dolce Vita lässt sich auch im Urbano-Sektor erleben. Wir haben uns auf die Vespa geschwungen – und laden zu einer Tour an einem niederrheinisch-italienischen Sommertag ein.
Start
Stilecht: Vespa-Verleih in Viersen-Dülken
Wir haben einiges vor und wollen ordentlich rumkommen. Der Niederrhein ist für uns für einen Tag ‚Little Italy‘. Mit dem Fahrrad kommen wir nicht weit, und unser Auto versprüht wenig italienisches Flair. Gut, dass die Jungs von ‚Performance Bikes‘ in Viersen-Dülken gleich eine ganze Reihe an Vespa- Rollern zur Vermietung anbietet. Ob GTS, Primavera, Sprint und sogar Elektrobetriebene Roller – die schnuckligen motorisierten Zweiräder kennt man aus jedem italienischen Film, vom Gardesee-Urlaub und überhaupt. Es besteht kein Zweifel, dass wir die Spots der Gegend mit der Vespa erkunden werden. Dolce Vita auf zwei Rädern!
Performance Bikes | Tilburger Straße 4 | Viersen
14,7 Kilometer Ragazzi
Lässig, chic und elegant – italienische Mode
Ein luftiges, aber dennoch elegantes leichtes Sommerkleid? Stilvolle Schuhe, eine modische Bluse oder eine lässige Leinenhose – von der Mode der Italiener können wir einiges lernen. Bis zur Modemetropole Mailand ist es ein bisschen zu weit – aber einige deutsche Unternehmen atmen den italienischen Chic. Wie zum Beispiel die Ragazzi Moden GmbH, die unter anderem auf der Hindenburgstraße in Mönchengladbach eine Filiale hat. Europäisches Flair wird hier mit zeitloser Eleganz verbunden. Dolce Vita bedeutet eben auch, optisch selbstbewusst und modern aufzutreten. Deswegen decken wir uns hier mit einem passenden Outfit für den Tag ein.
Ragazzi Moden GmbH | Hindenburgstraße 154 | MG
450 Meter La Tavernetta da Nino
Eine Institution im Urbano Sektor
Es gibt zig italienische Restaurants in Mönchengladbach; von der Steh-Pizzeria über prominente Ketten wie die L’Osteria bis hin zu chicen Trattorias. Und es gibt La Tavernetta da Nino, seit 40 Jahren eine absolute Institution in der Gladbacher Altstadt. Stefan Effenberg war schon hier in der Postgasse, Lothar Matthäus, Rainer Bonhof sowieso und all die anderen Borussen und sonstige Promis der Stadt. Das Essen? Großartig. Die Kulisse? Originell im Umfeld italienischer Filmgeschichte. Der Gastgeber Nino? Gastfreundlich, warmherzig, echt italienisch. Bellissima!
La Tavernetta da Nino | Postgasse 24 | MG
7,7 Kilometer Eiscafé Sagui
Eistradition seit mehr als 130 Jahren
Heiß auf Eis? Natürlich gibt es hunderte Eisdielen im Urbano-Sektor, und weit mehr als ein Dutzend allein in Mönchengladbach. Wer das beste Eis macht? Geschmackssache, auch wenn diverse Rankings glauben machen wollen, dass es objektive Maßstäbe gibt, dies zu bewerten. Was unstrittig ist: Die größte Tradition hat die Eisdiele Sagui im Mönchengladbacher Stadtteil Odenkirchen. Seit 1894 in der Stadt, seit 1968 am selben Standort an der Burgfreiheit, ist das Sagui wohl das älteste Eiscafé der Stadt. Im besten Sinne ein wenig aus der Zeit gefallen, wunderbar nostalgisch mit seinen runden Bistro-Tischen, bekommt man hier im Café täglich frisch produziertes Eis, und das nun schon in fünfter Generation.
Eiscafé Sagui | Burgfreiheit 73 | MG
50 Kilometer Little Italy in Düsseldorf
Spuren der ersten italienischen Gastarbeiter
Im Stadtteil Gerresheim haben sich Mitte der Fünfzigerjahre die ersten Gastarbeiter niedergelassen,
und nicht nur das: Sie haben die Landeshauptstadt mit ihrer Kultur bereichert, haben
zahlreiche Restaurants, Cafés und Feinkostläden eröffnet. Dass die ehemalige Glashüttenstraße
heute mit dem italienischen Straßenschild versehen ist (Via della Vetreria), ist mehr als nur
eine Reminiszenz. Hier sitzen ältere italienische Herren an kleinen Tischen vor dem Lokal, hier
ist Italienisch mindestens erste Fremdsprache. Das erste italienische Restaurant Mama Lisi gibt
es immer noch, dazu eine Vielzahl an Café-Bars, Eis-Cafés, Trattorien, Pizzerien und Restaurants.
Und die ein oder andere Italien-Flagge gibt es auch zu bestaunen.
29 Kilometer Landhaus Milser
Heimat der Squadra Azzurra
Auf einem großen Bild in der Lobby zu sehen: Fabio Cannavaro, wie er im azur-blauen Trikot der italienischen Nationalmannschaft den WM-Pokal in die Luft reckt, umringt von seinen selig lächelnden Mannschaftskollegen. Italien ist 2006 in Deutschland Fußball-Weltmeister geworden. Und das Landhaus Milser im Duisburger Stadtteil Huckingen irgendwie auch. Denn hier war die Squadra Azzurra untergebracht, das umtriebige Hotel-Team las der Mannschaft jeden Wunsch von den Lippen ab und war damit ein echtes Zuhause für die Italiener, die damals die Deutsche Nationalmannschaft im Halbfinale besiegen konnte und dem Sommermärchen ein jähes Ende bereitete. Aber das ist eine andere Geschichte. Im Milser, und vor allem im eigenen italienischen Restaurant Da Vinci kann man in Erinnerungen schwelgen und sich von den Bediensteten erzählen lassen, wie die Weltmeister hier 2006 die Nacht zum Tag gemacht haben.
Hotel Landhaus Milser | Zur Sandmühle 2 | Duisburg
52 Kilometer La Piccola Napoli
Auf den Spuren eines kulinarischen Klassikers
Pizza Margherita – geht eigentlich immer! Auf die Klassiker-Pizza, lediglich mit Tomatenmark und Mozzarella-Käse belegt, können sich eigentlich alle einigen. Salvatore Esposito aus Geldern bietet diese Pizza in seinem Restaurant ‚La Piccola Napoli‘ ebenfalls an, und man sollte sie unbedingt probieren – denn schließlich soll der Ur-Ur-Ur-Onkel Raffaele Esposito diese Pizza Ende des 19. Jahrhunderts in Neapel erfunden haben. Mit dickem Rand und viel Amore zubereitet; ein historisches Rezept an der Wand ist ein wertvolles Zeitdokument. Salvatore backt die Pizza natürlich im Schlaf – genau wie alle anderen Sorten.
La Piccola Napoli – da Salvatore | Issumer Straße 41 | Geldern
Sven Platen



