Jeder Mensch hat eine Geschichte, die erzählt werden möchte. Manche werden vergessen, andere bleiben erhalten und werden weitererzählt. Einige Museen haben sich auf diese Geschichte(n) des kleinen und des großen Alltags spezialisiert. Da lohnen sich auch mehrere Besuche.
Haus der Geschichte
Wie sehr jeder Einzelne ein Teil der Weltgeschichte ist, zeigt die aktuelle Dauerausstellung in Bonn ‚Du bist Teil der Geschichte – Deutschland seit 1945‘. Auf spannende Weise mit vielen Mitmach-Stationen erleben die Besucher, wie sich die Demokratie in Deutschland seit dem Krieg entwickelte, dass das Grundgesetz nicht einfach runtergeschrieben wurde und wie das Leben für die Menschen aussah. Viele Ausstellungsobjekte erinnern an selbst Erlebtes oder an Geschichten, die man aus den Nachrichten kennt.
Freilichtmuseen
Welch ein Glück: Gleich vier Freilichtmuseen sind in gut einer Stunde Fahrzeit von Mönchengladbach aus zu erreichen. In Kommern, Lindlar und Grefrath sind Original-Häuser aufgebaut, die das Leben auf dem Land bei Bauern und Handwerkern sinnlich erlebbar machen. Grefrath hat sich auf den Niederrhein spezialisiert. In Kommern werden Anlagen aus vielen Teilen Deutschlands gezeigt. Neben Bauernhäusern ab dem 16. Jahrhundert gibt es auch ‚moderne‘ Häuser, die das Leben in der jüngsten Geschichte zeigen. Darunter eine Milchbar, eine Dorfkneipe und ein Friseursalon. In Lindlar warten 40 historische Gebäude aus dem Bergischen Land – das älteste wird auf das Jahr 1800 datiert, das jüngste ist aus den 1960er Jahren. In Kommern und Grefrath leben auch Tiere, die das dörfliche Leben in einer Zeit vor unserer Zeit noch lebendiger machen.
Archäologischer Park Xanten
Was Menschen ohne Computer und motorengetriebene Maschinen schon leisten konnten, zeigt der Park mit Römischem Museum eindrucksvoll. Das Freilichtmuseum entstand auf dem Fund der Reste der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana. Hier bekommt man eine Idee, wie die monumentalen Bauten entstanden und wie die Römer Schiffe konstruierten, die auf den Weltmeeren bestehen mussten. Ein Einblick in ihr Leben und Arbeiten. Ein Highlight: das Amphitheater.
Neanderland
1856 wurde im Neandertal ein sensationeller Fund gemacht: Die Knochen des Urzeitmenschen. Die Erforschung des Aussehens und Lebens der Neandertaler sind heute eine Grundlage, um sieben Millionen Jahre Menschheitsgeschichte zu verstehen. In der Erlebniswelt Neanderland kann man sie auf verschiedene Weise sinnlich erfassen. Im Neanderthal Museum begegnen die Besucher lebensgroßen Figuren des Neandertalers sowie eines Babymammuts. Eine der wichtigsten Erkenntnisse dabei: Alle Menschen haben einen Migrationshintergrund.
Neben der Dauerausstellung gibt es drei weitere Themenbereiche, die das Leben in der Steinzeit zeigen. Der Turm ‚Höhlenblick‘ führt direkt in die Welt der Jäger und Sammler, auf dem Steinzeitspielplatz erleben Kinder das Thema spielerisch und im ‚Eiszeitlichen Wildgehege‘ leben Tiere, deren Geschichte ebenfalls bis in die Steinzeit zurückreicht.
Garnet Manecke



