Nach vier Jahren in der Zweitklassigkeit schicken sich die Krefeld Pinguine an, ins Eishockey- Oberhaus zurückzukehren – und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr

Es könnte ein richtiges Partyjahr werden für die Krefeld Pinguine. Am 7. November ist das erste Eishockeyspiel einer Krefelder Eishockeymannschaft, aus der sich der Krefelder EV bilden sollte, genau 90 Jahre her. Wenn alles nach Plan läuft, ist das in diesem Jahr aber nur das zweitgrößte Fest für die Kufencracks aus der Seidenstadt: Denn die Pinguine schicken sich an, nach vier Jahren in der Zweitklassigkeit wieder in die Deutsche Eishockey-Liga aufzusteigen.

Die Krefelder eilen von Erfolg zu Erfolg, hatten zwischenzeitlich eine zehn Spiele währende Siegesserie und führen das Klassement mit großem Abstand an; vor den ebenfalls traditionsreichen Kassel Huskies, Star Bulls Rosenheim oder der Düsseldorfer EG, die sich im Tabellen-Mittelfeld wiederfinden.

Nach einigen Jahren des sportlichen und wirtschaftlichen Dahinsiechens sind die Pinguine wieder da; und die eishockeyverrückten Krefelder wissen das zu schätzen und strömen regelmäßig zu Tausenden in die Yayla Arena an der Westparkstraße. Über 6.000 Zuschauer besuchen im Schnitt die Heimspiele in der Halle. Zu den Pinguinen gehen ist wieder ‚in‘, die Spiele, die meist freitagabends oder sonntags stattfinden, sind fest etablierte Höhepunkte der Wochenendplanung.

Die gute Stimmung, die friedliche Atmosphäre und natürlich auch die Wetter-Unabhängigkeit runden den Hype um die rasend schnelle Sportart ab.

Die Pinguine, sie sind ein Team. Trainiert vom erfahrenen Thomas Popiesch, der hier früher selbst gespielt hat. Liga-Topscorer Max Newton, der seinen Vertrag gerade erst bis 2028 verlängert hat. Kult- Verteidiger Davis Vandane oder das Torhüter-Duo Felix Bick und Danny aus den Birken. Es ist eine Mannschaft, mit der sich das Publikum identifizieren kann.

Der Deutsche Eishockeymeister von 1952 und 2003, er schickt sich an, wieder zurückzukommen ins Oberhaus. Nach der Vorrunde beginnen am 17. März die Play-offs; und spätestens Ende April wird sich zeigen, ob es etwas wird. Allerdings: Die letzte Entscheidung könnte keine sportliche sein, sondern eine wirtschaftliche Erwägung. Denn anders als im Fußball, wo die Bundesliga eine Gelddruckmaschine ist, muss ein Gang ins Oberhaus gut überlegt sein. Im Falle einer Rückkehr würde die Party in Krefeld jedenfalls erst richtig starten.

Sven Platen