Die Temperaturen sind wieder deutlich im zweistelligen Bereich, die Tage länger und heller: Genau die richtige Zeit also, um einen Museumsbesuch zu planen. Viele Häuser in der Region bieten Exponate in spannenden Außenanlagen an. Sollte das Wetter nicht so optimal sein, gibt es überdachte Alternativen. Wir stellen einige vor.
Museum Abteiberg Mönchengladbach
Endlich rückt es in den Fokus, so wie es Hans Hollein einst gewollt hatte. Zwar schwebte dem Architekten eine Passage durch die Häuserzeile vor, die bis vor einigen Monaten noch an der Hindenburgstraße stand. Jetzt wird es eine Grünanlage, die das Museum in den Fokus rückt und direkt zu der Plattform führt, auf der der Haupteingang ist. Von hier aus kann man auch runter in den Skulpturengarten schauen, in dem Kunstwerke wie das ‚Soft inverted Q‘ von Claes Oldenburg oder der Anello – durch den Ring wird gerne das Münster aufgenommen. Im laufenden Jahr 2026 sollen einige Kunstwerke restauriert werden und neue dazukommen. Zum Star seiner Ausstellung ’sum‘ (29. März – 20. September) baut der amerikanische Künstler Grant Mooney eine Windharfe auf das Museumsdach. www.museum-abteiberg.de
Bonsai-Museum Düsseldorf
Können Sie sich an Ihre Reaktion erinnern, als Sie zum ersten Mal einen Bonsai-Baum gesehen haben? Oft hat sie etwas mit ’niedlich‘ oder ’süß‘ zu tun. Doch die Mini-Bäume haben eine sehr viel größere Bedeutung: Sie verbinden Generationen miteinander. In Japan wird der Familien-Bonsai immer an den ältesten Sohn weitergegeben. Hierzulande gibt er Räumen einen Hauch von Natur und ist Sammelobjekt. Das Freiluftmuseum im Düsseldorfer Stadtteil Hamm zeigt auf einem Lehrpfad an mehr als 120 Bäumen die Philosophie, die Stilarten, Gestaltungstechniken, Pflege und viele andere Themen rund um den Bonsai. In Sonderausstellungen werden Bäume berühmter Gestalter gezeigt. Für alle, die aus ihrem kleinen Baum eine große Sache machen wollen. www.bonsai-museum.de
Gasometer Oberhausen
Gerade erst sind die Besucher in dem Industriedenkmal abgetaucht, nun geht es in die Natur. ‚Mythos Wald‘ heißt die neue Ausstellung, die am 20. März eröffnet wird und bis zum 30. Dezember gastiert. Wieder verspricht sie, etwas Einzigartiges zu werden. Derzeit wird im Zentrum des Gasometers ein 35 Meter hoher Baum aus Licht installiert. Die Besucher sollen von den Wurzeln hineinsehen und seine Lebensströme verfolgen können. Neben Naturaufnahmen zum Schwärmen wird aber auch die weniger schöne Seite gezeigt: Zum Beispiel, welche Folgen die Vernichtung von Wäldern in der Welt hat. Wer vorab einen Blick drauf werfen möchte: Auf seiner Homepage führt das Gasometer-Team ein Tagebuch über den Aufbau der Ausstellung. www.gasometer.de
Insel Hombroich Neuss
40 Jahre ist es her, dass das Museum Insel Hombroich eröffnet wurde. Mit seiner Kombination von zehn begehbaren Skulpturen, die zum Teil als Ausstellungsgebäude genutzt werden, und dem Park auf 21 Hektar Land war es damals eine Sensation – und ist es heute noch. Die puristischen Linien der Gebäude stehen im Kontrast zur ‚wilden‘ Natur des Parks. Das Labyrinth zeigt sich frisch renoviert und im Laufe des Frühjahrs soll auch das Zwölf-Räume-Haus saniert sein. www.inselhombroich.de
Langen Foundation Neuss
Mit der Langen Foundation gibt es in fußläufiger Nähe eine Alternative oder eine Ergänzung zum Museum Hombroich. Das hängt davon ab, wie viel Zeit die Besucher haben und ob sie noch Eindrücke aufnehmen können. Die Architektur des Hauses selbst ist ein Kunstwerk, allein der Weg am Spiegelteich vorbei ist ein Erlebnis. Mit großen Glasfronten hat der Architekt Tadao Ando das Gebäude mit dem Garten verbunden. Große Flächen und klare Linien geben den ausgestellten Arbeiten eine Präsentationsfläche, die nicht ablenkt. In der Dauerausstellung wird die Sammlung von Viktor und Mariann Lange gezeigt, die über 600 Arbeiten ostasiatischer Kunst beinhaltet. www.langenfoundation.de
Museum der Deutschen Binnenschifffahrt Duisburg
Dass das Museum in der ehemaligen Ruhrorter Badeanstalt eingerichtet wurde, ist nur logisch. 1910 zogen dort die ersten Badegäste ihre Bahnen, unzählige Mädchen und Jungen haben hier schwimmen gelernt. 1986 schloss das Hallenbad, 1998 wurde das Museum eröffnet. Seitdem erzählt es Schifffahrtsgeschichte von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Auf drei Etagen werden Boote gezeigt, die einst auf den Binnengewässern fuhren, es geht um Schiffbau und die Technik. Im Hafenbecken liegt die Museumsflotte, deren Schiffe besichtigt werden können. Ahoi! www.binnenschifffahrtsmuseum.de
Museum der niederrheinischen Seele Grevenbroich
Hochherrschaftlich kommt die gelbe Villa Erckens auf der Stadtparkinsel daher. Ein Auftritt, der mit dem Niederrheiner selten in Verbindung gebracht wird. Handfest im Brauchtum, deftig in der Küche, rau in der Landschaft und herzlich in der Sprache: Die Lebensfreude im Niederrhein drückt sich nicht in Glitzer und Glamour aus. „Maulfaulheit ist kein niederrheinisches Gebrechen“ steht auf der Infotafel in dem Raum, der sich mit der Sprache beschäftigt. Neben den liebenswerten Eigenheiten werden in der Dauerausstellung auch Themen wie der Tagebau und die Rolle der Kirche in der Region behandelt. www.museum-niederrheinische-seele.de
Garnet Manecke




