Der etwas andere Monats-Kalender: Kein Fleisch im Januar, Achtsamkeit im März und Vorsorge im November. Ein Trendcheck

Ein letzter Schluck aus dem Sektglas, das letzte Stück Fleisch vom Raclette-Grill, der letzte Zug von der Zigarette und der letzte Griff in den Süßigkeiten-Teller – der Jahreswechsel ist traditionell für viele auch der Abschied von alten Gewohnheiten. Neues Jahr, neues Glück – und eine neue Motivation, auf den Reset-Knopf zu drücken. Im neuen Jahr werden Kalorien und gemachte Schritte per App gezählt, Schlafstunden addiert und digitaler Verzicht zelebriert. Manches täglich, manches eine Woche und manches einen ganzen Monat lang. Ein Trend-Überblick.

Dry January

Erstmals rief eine britische Initiative im Jahr 2013 zum Alkoholverzicht gleich zu Beginn eines neuen Jahres auf. Der Dry January ist längst ein Massenphänomen geworden, wie so viele Trends befeuert von Social Media. Sich im Instagram-Reel mit einem alkoholfreien Gin Tonic in Szene zu setzen, gilt als chic. Und natürlich auch als gesund: Denn Studien belegen, dass man nach nur einem Monat Alkoholverzicht besser schlafen kann und tagsüber mehr Energie besitzt. Und auch, wenn man für Verzicht keinen Kalender benötigt: Aus Neuseeland und Australien schwappt mit dem ‚Dry July‘ der nächste Motivationsmonat, auf Alkohol zu verzichten, herüber.

Veganuary

Vermeiden von Tierleid, Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Gesundheit – es gibt genug Gründe, sich fleischlos und gar vegan zu ernähren. Der Veganuary will genau darauf hinweisen und dabei auch aufzeigen, wie pflanzliche Ernährung aussehen kann. Denn es gibt immer mehr tolle vegane Speisen und Restaurants, immer mehr Menschen, die sich derart ernähren. Oder um es mit dem Schauspieler Moritz Bäckerling zu sagen: „Der Umweg übers Tier ist doch total schräg: Warum essen wir Tiere, die wir mit Pflanzen füttern – statt die Pflanzen einfach direkt zu essen?“ Immer mehr Menschen bleiben nach dem veganen Januar bei der fleischlosen Ernährung.

Mindful March

Eine morgendliche kurze Meditation, eine bewusste Mittagspause oder Tagebucheinträge über das tägliche Befinden – das sind alles individuelle Challenges, die man in den Mindful March einbauen kann. Teilnehmende rücken in dem Monat das Thema Achtsamkeit in den Mittelpunkt. Das Ganze mit dem Ziel, Stress zu reduzieren, die Selbstwahrnehmung zu erhöhen und insgesamt eine ruhigere, klarere Geisteshaltung zu fördern.

Stoptober

Wer es immer noch nicht nachhaltig geschafft hat, mit dem leidigen Rauchen aufzuhören, für den ist der Stoptober vielleicht eine gute Motivation. Und wer einen Monat schafft, der schafft meist auch mehr: Denn Studien zufolge hat jeder, dem es gelingt, einen Monat aufs Rauchen zu verzichten, eine fünffach höhere Wahrscheinlichkeit, den Zigaretten endgültig abzuschwören.

Movember | Decembeard

Aufmerksamkeit auf Erforschung und Prävention von Prostatakrebs und anderen Gesundheitsproblemen von Männern steht beim Movember im Zentrum – jenem Monat, in dem Männer sich als äußeres Zeichen Schnurrbärte stehen lassen. Diese Bärte können gerne im Dezember stehen bleiben – denn vor allem in Australien, Neuseeland und Großbritannien wird durch den Decembeard auf Darmkrebs aufmerksam gemacht.

Sven Platen