Der Frühling ist in vollem Gange. Wer sich jetzt noch nicht an die frische Luft begeben hat, dem ist nicht zu helfen. Oder doch? Die Urbano-Redaktion hat ein paar nicht ganz alltägliche Freizeit-Tipps, die selbst die größte Couch-Kartoffel motivieren sollte, vor die Türe zu gehen.

Radeln‘ auf der Ruhr

Kanu- oder Paddeltouren sind im Frühjahr bei sonnigem Wetter immer eine gute Idee, genau wie eine Fahrradtour. Die Macher der ‚Grünen Flotte‘ in Mülheim an der Ruhr bieten einen genialen Freizeitspaß an, der beides miteinander vereint: Hier kann man Boote mieten, die durch Tritte in die Fahrradpedale betrieben werden. Auf gut gepolsterten Fahrradsätteln sitzend treibt man das Boot an. Das wiederum trägt nicht ohne Grund den französischen Namen für Schnecke. Denn langsam und gemächlich wie eine ‚Escargot‘ passt man sich der Natur an und schlendert gewissermaßen über die Ruhr. Wem die Beine müde werden oder wer die Stille der Natur entlang der Ruhr genießen möchte, wirft an geeigneter Stelle einfach den Anker und gönnt sich eine Ruhepause. Und zur Not hilft ein Vier-Takt-Außenbordmotor. Und das Tollste: Das kann man auch mehrere Tage tun und einen Kurzurlaub genießen, denn das Boot hat eine Kochstelle und Betten.

www.gruene-flotte.de

Mit dem Esel an der Leine

Ein Spaziergang mit Hermann, Goliath oder Napoleon? Das entschleunigt! In Goch wohnt Familie Lembke, die sich selbst ‚Die Eselbauern‘ nennen. Und man ahnt es, die drei eingangs genannten Herrschaften sind keine Menschen, sondern Esel, die man sich für einen Spaziergang ausborgen kann. Und da Esel nicht nur meist gutmütige, sondern auch gemütliche Tiere sind, färbt die Ruhe des Tieres beim Spaziergang durch die wunderschöne Niederrhein- Landschaft schnell auf die Menschen ab. Und wenn der Esel mal nicht weiter will oder noch einen Gang runterschaltet, dann macht der Mensch das eben auch.

www.dereselbauer.de

Weinwanderung in der Altbier-Metropole

Dass an der längsten Theke der Welt vor allen Dingen Altbier ausgeschenkt wird, ist bekannt. Und gastronomisch ist die Landeshauptstadt wegen der Altstadt und der vielen Brauhäuser sowieso immer eine Reise wert. Düsseldorf ist aber durchaus auch eine Stadt mit einer Wein-Historie. Als Handelsstadt – und vereinzelt sogar als Anbaugebiet. Natürlich längst nicht in den Ausmaßen wie an der Mosel oder in der Pfalz, aber doch gibt es selbst im Stadtgebiet kleine Flächen mit Rebstöcken, wie am Grafenberger Wald oder dem Schloss Eller. Die App-gesteuerte Weinwanderung feiert diese Geschichte und führt über die Rheinuferpromenade durch grüne Parks. Das Prinzip ist ganz einfach: Man wählt eines von sechs Wein-Sets aus, lässt es sich nach Hause liefern, lädt sich die App mit der Route und Informationen herunter – und wandert mit Freunden los.

www.myweinwanderung.de

Ein Spaziergang in Japan

Wer sich wirklich mal für einen Tag in eine ganz andere Welt beamen will, aber nicht über das nötige Kleingeld und auch nicht über die nötige Zeit verfügt, dem sei eine Reise nach Japan empfohlen – beziehungsweise nach Düsseldorf. Denn hier lebt die größte japanische Gemeinde in Deutschland, weswegen hier nicht nur zahlreiche Sushi-Restaurants und Geschäfte locken, sondern vor allem auch der riesengroße Japanische Garten. Der Garten der Besinnung mit seinem buddhistischen Tempel hat meditativen Charakter, ist wunderbar bepflanzt und gepflegt, strahlt eine immense Ruhe und Ordnung aus und ist ein echtes Erlebnis. Die kunstvoll beschnittenen Bäume sehen aus wie ‚Bonsai‘ im Großformat.

www.visitduesseldorf.de

Cachen und Schaukeln

Geocaching ist vielleicht ein wenig nerdig, aber ein gängiger und mittlerweile etablierter Motivationstrick, um vor die Tür zu kommen und eine Runde spazieren zu gehen: Mit dem Handy in der Hand und der entsprechenden geöffneten App sucht man per GPS-Daten einen ‚Schatz‘, oftmals markieren mehrere Fundorte hintereinander einen schönen Wanderweg – bestimmt auch irgendwo vor der eigenen Haustüre. Dem erfahrenen Geocacher Mkno wurde das irgendwann alles zu banal, und so installierte er nach und nach die spektakuläre ‚Schaukelmeister-Runde‘, am Breitenbruch zwischen Wuppertal und Remscheid. Hinter einem der insgesamt sechs Caches befindet sich der Zahlencode von einem Schloss, mit dem man eine Schaukel entriegeln kann; zu einem anderen Cache kommt man nur per Seilbahn.

www.schaukelmeister.de

Die rätselhafte Bierwanderung

Wanderstiefel geschnürt und los geht’s – das Kommando allein lockt noch nicht jeden aus dem Sessel hoch. Wenn dann aber noch ein Bollerwagen voller Getränke dabei ist, ein paar Briefumschläge mit unterhaltsamen Rätselaufgaben und eine knifflige Wegbeschreibung – dann könnte ein (Wander-) Schuh draus werden, oder? Bei der Bierwanderung rund um das Schloss Walbeck in Geldern kann man genau das tun und dabei vielleicht auch Wildpferde und wild lebende Ziegen bestaunen.

www.freizeitexperten.de

Wüstentier am Niederrhein

Moment mal – am Niederrhein gibt es eine Kamelfarm? Das klingt so verrückt, dass man es doch unbedingt einmal ausprobieren muss. In Hamminkeln kann man ein Dromedar füttern oder ein Trampeltier streicheln. Oder gleich auf dem ein- oder dem zweihöckrigen Wüstentier durch die Landschaft spazieren. Das macht nicht nur Spaß und wird für neugierige und erstaunte Blicke sorgen, sondern ist ganz sicher auch ein spektakuläres Fotomotiv.

www.kamelfarm-am-niederrhein.de

Sven Platen